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LWL Pflegezentrum Marsberg

Für die Momente, die zählen

"Ich habe dir ein Eis aus dem Café Treffpunkt mitgebracht und es extra in Alufolie einwickeln lassen, damit es kalt bleibt", sagt eine Bewohnerin zu Dennis Gradecka. Oder der Bewohner, der ihn rheinländisch einfach "min Jung" nennt. Für den 40-jährigen ein Echo seines längst verstorbenen Vaters. "Das sind genau die Augenblicke, die mir immer wieder zeigen, dass ich im Marsberger LWL-Pflegezentrum genau am richtigen Ort bin", sagt er. "Hier ist jeder Tag anders."

Dennis Gradecka hatte sich als Gesundheits- und Krankenpfleger beworben. Nach einem Hospitationstag überzeugte ihn die Atmosphäre: "Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Für Bewohnerinnen und Bewohner und uns Mitarbeitende ist das Pflegezentrum wie eine 'Bubble`, ein richtiger 'Safe Space'. Also ein richtiges Zuhause." Beim Bewerbungsgespräch bot ihm Einrichtungsleiterin Andrea Engelmann die Stelle als Wohnbereichsleitung an: "Wir brauchen qualifizierte junge Menschen mit dieser Energie, die einfach bereit sind, Verantwortung zu übernehmen."

Die Verantwortung für das eigene Lebensglück führte Dennis Gradecka vom Filialleiter eines Dekogeschäfts zur Wohnbereichsleitung ins Pflegezentrum. "Mit Ende 20 merkte ich, dass ich auf der Suche nach mehr war. Nach etwas Sinnstiftendem. Nach einem Praktikum habe ich mich für die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfleger entschieden." Im Krankenhaus seien Menschen leider oft nur Diagnosen, die kurz verweilen und dann wieder weg sind. "Ich habe Geschichten erlebt, die mir heute noch nachhängen. Wie ein Kleinkind mit irreversiblen Hirnfunktionsausfall, das nur noch durch Maschinen am Leben erhalten wurde und dessen Eltern dies einfach nicht wahrhaben wollten", berichtet Dennis Gradecka. "Die Verzweiflung in den Augen der Mutter sehe ich noch heute. In der Langzeitpflege steht der Mensch in seiner Einzigartigkeit im Fokus. Das ist doch das, was wir uns alle wünschen: So angenommen zu werden, wie wir eigentlich sind."

Als vielschichtiger Mensch gefällt ihm die Verantwortung als Wohnbereichsleiter. "Obwohl ich noch nicht lange da bin, kann ich meine Ideen u.a. auf den Leitungskonferenzen einbringen. Hier gibt es kein 'Das haben wir schon immer so gemacht'. Frische Ideen werden aufgegriffen und umgesetzt." Neben Gleichberechtigung und Respekt für alle Berufsgruppen ist für ihn ein gut strukturierter Terminkalender essenziell. Dann bleibt auch mal Zeit, um den Bewohnerinnen die Fingernägel zu lackieren oder mit den Herren eine Runde Magnet-Dart zu spielen.

"Die Wohnbereiche sind Lebensräume und Zuhause. Bei der Dekoration schöpfe ich aus dem Vollen. Mein Tipp: lieber wenige große Dekostücke, statt viele kleine. Das sieht nicht nur besser aus, sondern da freuen sich auch die Reinigungskräfte. Das Pflegezentrum ist so ein schöner Ort, weil wir alle von der Pflegefachkraft, über die Service- und Betreuungskräfte bis zu den Reinigungskräften wissen wofür wir arbeiten: den uns anvertrauten Menschen ein schönes Zuhause zu bieten: gemütlich und würdevoll."
 

LWL-Pflegezentrum Marsberg

Gemeinsame Mahlzeiten fördern das Miteinander

Ein neues Angebot ist im Frühling gestartet. Die Bewohner:innen, die sonst in den Gemeinschaftsräumen der sechs verschiedenen Hausgemeinschaften ihre Mahlzeiten zu sich genommen haben, können jetzt auch im Gemeinschaftsraum für alle Hausgemeinschaften zusammen essen.

Leiterin Andrea Engelmann sagt: "Das neue Angebot fördert das soziale Miteinander. Die Bewohnerinnen und Bewohner können dadurch über die Hausgemeinschaften hinaus soziale Kontakte knüpfen, Freundschaften aufbauen und pflegen." Der große Gemeinschaftsraum verwandle sich praktisch in ein Restaurant.

Vor der Premiere gab es viel zu organisieren. Von der Planung mit der Küche bis hin zu Namensschildern und Tischdekoration. Insbesondere die Mitarbeiterinnen Lisa Becker, Fatima Kleck und Simone Notorf haben das neue Angebot umgesetzt. Ihre erste Bilanz: "Dahinter steckt eine Menge Logistik. Wir sind froh, dass die Bewohnerinnen und Bewohner so begeistert sind."

Für den Sommer gibt es weitere Pläne. Das Angebot soll auf die großzügige Sonnenterrasse erweitert werden. "Ziel ist es den Restaurant-Charakter systematisch weiter auszubauen", so Engelmann. "Auch die Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besucher können dann dort verweilen. Inklusion besteht aus vielen kleinen Schritten. Das neue Angebot ist einer davon."